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Die Kraft des Neubeginns

Die Mondphasen, der Wandel der Sonne und die Lebenszyklen der pflanzlichen Natur hatten einen unermesslichen Wert für die Menschen damals. Sie gaben ihnen Orientierung und gleichzeitig waren sie Grundlage für Rituale, Feste und Bräuche. Da die Menschen stark von der Natur abhängig waren, lebten sie in enger Verbundenheit mit den Kreisläufen der Natur. Ein Verständnis für diese brachte auch gleichzeitig ein Verständnis für das Leben selbst. Alles und vor allem man selber war darin eingebunden und hatte seinen Platz. Aus kalendarischer Sicht macht das Fest Imbolc den Beginn bei den Jahreskreisfesten.

Mit dem Höhepunkt des Winters treten wir auch gleichzeitig in einen neuen Zyklus im Jahresrad ein. Das Licht kehrt immer mehr zurück und die Tage beginnen wieder heller und länger zu werden. Auch wenn zu dieser Zeit das Land vielleicht noch unter einer festen Schneedecke liegt, beginnen die Frühlingskräfte bereits zu erwachen. Imbolc ist der erste sichtbare Neuanfang, denn die ersten Knopsen zeigen sich und manchmal hört man bereits einen Vogel am Morgen zwitschern.

Die Feierlichkeiten waren ursprünglich Brigid, der Feuergöttin geweiht. Sie ist eine alte keltische Göttin der Kreativität, des Feuers, der Dichtkunst, der Heilung und des Frühlings. Alte Sagen erzählen das sie zum Ende des Winters auf einem Hirschen ritt, die Samen weckte und die Bäume schüttelte, so das alle Säfte des Lebens von neuem zu sprießen begannen. Ihr Feuer fachte die Inspiration und die Intuition an. Da Inspiration und Intuition in einem trägen Körper nicht gedeihen können, ist die Zeit der Reinigung nach Imbolc so wichtig. Somit verbinden wir mit Imbolc erneuernde und reinigende Kräfte.

Das Leben erneuert sich, löst sich aus seiner inneren Ruhe, trägt zarte und frische Hoffnungen und Visionen in sich und strebt lichtvoll hinaus in die Welt. Wie bei einer Raupe die zu einem Schmetterling werden mag. Damit das geschieht, muss sie sich im wahrsten Sinne des Wortes auflösen und alles Alte hinter sich lassen. Denn ein Schmetterling kann nie wieder eine Raupe werden. Und so steht die nächste Zeit ganz im Zeichen von Reinigung, Wandel und sich Erneuern. Gleichzeitig dürfen wir dabei erkennen, dass wir mit jedem Neuanfang uns verändern werden, neu wachsen und einen Teil von uns für immer ablegen.

In den kommenden Wochen dürfen wir uns um uns selbst und unseren inneren und äußeren Raum kümmern, Zeit um uns von unnötigem Ballast zu befreien. Was möchte nun endlich ins Licht wachsen, welche Ideen und Träume liegen momentan noch verborgen und sind dennoch voller Hoffnungen und Visionen und wo sollten wir endlich Platz für Neues schaffen.

So wünsche ich uns eine wundervolle Anbindung an diese Zeitqualität mit ihren Möglichkeiten. Es gilt nachzufühlen, welche "Frühlingskraft" als zarter Samen oder kleine Raupe noch in dir verborgen ist und endlich ans Licht will. Möge es einen neuen Raum und ein neues Sein kreieren in uns.



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