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In den Nebeln eintauchen

Die tiefen Herbstnebel ziehen weit über das verlassene Land, der Puls der Erde scheint sich zu verlangsamen, alles wird still und dunkel und der große Moment des Loslassens beginnt. Die noch zarten Blumen sterben in den ersten frostigen Nächten, noch übrig gebliebene Blätter lösen sich nun endgültig von den Bäumen und Sträuchern und fallen dunkel und schwer zu Boden und die letzten vergessenen Früchte verblassen und geben ihre Sonnenkraft auf. Die Sonne belebt den Tag auf eine beruhigende Weise und die Nächte umarmen uns tiefdunkel und durchdringen unsere eigene Tiefe. Es ist die Einladung für Einkehr und Stille, für achtsames nach innen schauen und sich spüren in allen Facetten um in den zarten Nebeln in eine andere Welt einzutauchen. Fast schon so als ob man sich in den Nebeln von allem Bekannten im Außen löst und bereit macht für den Weg zu sich selbst. Es ist der Moment wo eine äußere Ordnung entsteht, wo sich alles auflöst und welkt und die Kräfte nach innen sammelt, tief in die Erde und in die Wurzeln. Es ist die Erinnerung sich an die eigenen Wurzeln auf allen Ebenen zu erinnern.

Mit dem Übergang in die tief dunkle Jahreszeit wurde früher das Fest Samhain begangen, wobei sich verschiedene Aspekte in den Feierlichkeiten vereinten . Es ist die Zeit in der die Vorhänge zwischen den Welten dünn sind und man der Ahnen gedachte und sie in ihre Gebete und Zeremonien einschloss. Denn sie galten als nicht verschwunden, sondern nur als vorausgegangen. Früher kannte man nur Sommer- und Winterzeit und dabei begann mit der Winterzeit gleichzeitig ein neuer Zyklus und ein neues Jahr. Die Menschen lebten mit den Naturgesetzen und richteten all ihre Festlichkeiten nach dem Neu- und Vollmond aus. Der Mond, der symbolisch für die feminine und spirituelle Kraft steht. Samhain wurde ursprünglich nicht in einer Nacht gefeiert, so wie die Feierlichkeiten sich in unserer heutigen Zeit zeigen. Vielmehr wurde über mehrere Tage und Wochen zelebriert und die Festlichkeiten für Samhain begannen mit dem 11. Neumond nach dem Julfest und wurden tanzend mit den lodernden Feuern gefeiert. Das Feuer und das Licht hatte schon immer eine große Bedeutung. Denn der uralte Glaube war, dass es vor negativen Energien schützte und Licht und Wärme in die kalte Jahreszeit brachte. Interessanterweise findet man in all den heutigen Festen in unserer Kultur wie Halloween, Allerheiligen und Allerseelen das wieder, was früher mit Samhain begangen wurde. Man muss nur etwas genauer und tiefer hinter die Geschichte schauen und den Ursprüngen nachgehen.

So wie sich damals an die Ahnen erinnert wurde, darfst du die Zeit der Nebel nutzen um dich an deine Wurzeln, an deine Familiengeschichte und deine Ursprünge zu erinnern. Lasse dich von alten Bildern, Geschichten und Erinnerungen inspirieren und erinnere dich was durch Liebe und Zeit weitergetragen wurde an dich. Mit diesem Bewusstsein rückt auch die Frage nach dem eigenen Lebenssinn wieder deutlich näher. Und sie ermöglicht uns zu hinterfragen, mit welchen Dingen wir unsere kostbare, begrenzte Zeit auf dieser Welt verbringen möchten.



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