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Yogaphilosophie im Alltag leben

Wer sich schon länger mit Yoga beschäftigt und die positiven Wirkungen am eigenen Körper und im Geist spürbar erlebt, der wird irgendwann mit dem Yogasutra von Patanjali in Berührung kommen. Das Yogasutra gilt als Standardwerk aller Yogatraditionen und vermittelt die Essenz des gesamten Yogawissens. Das was wir heute als Yoga kennen, die Praxis der Körper- und Atemübungen auf der Yogamatte, sind nur ein Teil. Yoga ist so viel mehr und kann für unseren heutigen, hektischen Alltag eine wahre Bereicherung sein. Yoga möchte uns einladen, seinen eigenen inneren Raum der Ruhe und Klarheit zu finden, der uns in die Tiefe des Daseins hineinschauen lässt und höchste Erkenntnis möglich macht. Die Erkenntnis, was wirklich zählt, was Sinn macht in diesem Leben. Und das Wunderbare daran, du musst nicht Hunderte von Büchern lesen, Du kannst es selbst erfahren, auf der Matte und im Alltag.

Das Yogasutra wurde von Patanjali verfasst, der vermutlich im 2. Jh. vor Christus lebte. Er gilt nicht als Begründer des Yoga, sondern er war der Erste der das gesamte Wissen, der damaligen Zeit, systematisch zusammengefasst hat. Das Sutra besteht aus 195 Versen, die sehr kurz benannt sind und viel Raum für Interpretationen lassen. Es gibt viele Bücher am Markt, wo die Interpretation des Verfassers anschaulich verdeutlicht wird. Du kannst hier immer wieder aus einer Fülle an Weisheit schöpfen und schauen, was du in deinen Alltag integrieren möchtest.

Das Sutra beschäftigt sich hauptsächlich mit unserem Geist, denn Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Denkbewegungen. Patanjali erläutert uns darin den Achtgliedrigen Pfad, der uns die Möglichkeit bietet, wie wir unseren eigenen inneren Frieden finden können. In dem heutigen Post möchte ich näher auf die ersten 2 Glieder eingehen, die Yamas und Niyamas, das Verhalten uns und unserer Umwelt gegenüber. Nach yogischem Verständnis ist das Erkennen eines eigenen Weges nur dann möglich, wenn du im Einklang mit diesen beiden Stufen lebst.

Die Yamas und Niyamas sind keine Regeln oder Gebote. Sie verstehen sich als universelle ethische Prinzipien, die unabhängig von Religion, Abstammung und Kulturzugehörigkeit gelten. Sie möchten dir neue Perspektiven und neue Blickwinkel auf die Dinge des Lebens zeigen.

 

Die Yamas - Das Verhalten gegenüber unserer Umwelt

Ahimsa - Gewaltlosigkeit
Gewaltlosigkeit, Freundlichkeit und Rücksichtnahme in Taten und Worten sich selbst und anderen Lebewesen gegenüber. Ahimsa ist das oberste Prinzip im Yoga und besagt, dass wir uns in der eigenen Yogapraxis keinen Schaden zufügen sollen. Es geht aber auch um die Gewaltlosigkeit in Gedanken und Worten. Sei gut zu dir selbst. Sei gut zu anderen Lebewesen.

Satya - Wahrhaftigkeit
Ehrliche Kommunikation. Aufrichtig sein im Umgang mit anderen Menschen und gleichzeitig das Feingefühl besitzen, niemanden zu verletzen. Aber auch die eigene innere Wahrheit zu finden und zu leben. Wie ehrlich bin ich zu mir selbst und wie lebe ich meine eigene Wahrheit nach außen? Hinterfrage immer wieder deine Beziehungen und dein Handeln. Wie gut fühlst du dich damit und wie wahr fühlt es sich für dich an?

Asteya - Nicht Stehlen
Verzicht, Nichtbegehren oder die Fähigkeit uns von dem Wunsch nach Dingen zu lösen, die uns nicht gehören.

Brahmacharya - Enthaltsamkeit
Mäßigung in all unserem Tun. Sich von äußeren sinnlichen Dingen zurückziehen zu können, um sich nach Innen auszurichten. Die richtige Balance zu finden, ist dabei das Zauberwort.

Aparigraha - Nichtbegehren
Der Verzicht auf überflüssige Lebensumstände und die Gier, loslassen zu können, immer mehr besitzen zu wollen. Sei zufrieden mit den einfachen Dingen im Leben und mit dem was du bereits hast.

 

Die Niyamas - Die persönliche Entfaltung

Shauca - Reinheit
Bei Shauca geht es um die körperliche Reinheit und um die Reinheit deiner Gedanken und deines Herzens. Sei achtsam und selbstgewahr und tue deinem Körper und deinem Geist Gutes, so dass die Seele Lust hat darin zu wohnen.

Samtosha - Zufriedenheit
Zufrieden-Sein mit den Dingen die man hat und das anzunehmen, was uns jeder Tag, jedes Hier und Jetzt bringen mag. Sich in Frieden zu fühlen ist Ziel und Weg zugleich. Freunde dich mit jeder Situation des Lebens an, egal ob positiv oder negativ, verstehe sie als Aufgabe, die uns wachsen lässt.

Tapas - Feuer
Das innere Feuer entstehen lassen mit Bemühung und Disziplin, indem man alte Gewohnheiten und Muster durchbricht, um neue Tugenden zu entwickeln.

Svadhyaya - Selbststudium
Intensives Studieren spiritueller und philosophischer Texte und dabei sich selbst reflektieren und erforschen.

Ishvara Pranidhana - Fähigkeit zur Hingabe
Hingabe und Vertrauen an eine Höhere Kraft, sowie Vertrauen in sich selbst und in die Zukunft. Die Fähigkeit des lebendigen Fühlens in der Gegenwart.

 

Nur langsam, Schritt für Schritt können wir die Yamas und Niyamas entwickeln und kultivieren und ein Teil unseres Lebens werden lassen. Vielleicht lohnt es sich bereits heute damit zu beginnen.

Wenn du Fragen und Anregungen hast, kannst du mich gerne kontaktieren.



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